Was sind halogenfreie Kabel

Halogenfreie Kabel werden schon seit mehreren Jahrzehnten in verschiedensten Industrien genutzt. Sie werden an öffentlichen Orten, wo Menschen wohnen, arbeiten und sich aufhalten, installiert. Diese Kabel sind besser als „normale Kabel“ wenn es um Brandschutz geht und sie sind weniger schädlich. In diesem Blog erklären wir Ihnen, was Sie über halogenfreie Kabel wissen sollten. Möchten Sie noch mehr erfahren, ziehen Sie gerne unser gratis E-Book halogenfreie Kabel zu Rate.

Was sind Halogene?

Halogeenvrije kabelsUnter den Überbegriff Halogene fallen fünf Stoffe. Es sind nichtmetallische Elemente in Gruppe 17 des periodischen Systems. Es betrifft die Stoffe Fluor, Chlor, Brom, Jod und Astat. Es handelt sich um eine besondere Gruppe von Elementen, auf die wir noch tiefer eingehen könnten. Dann würden wir über Elektroden, chemisches Verhalten und Reaktivität sprechen, doch das ist für diesen Blog nicht relevant. Was Sie jedoch wissen sollten, ist, dass Halogene für den Menschen schädlich sind. Sie sind selbst fatal, wenn man einer bestimmten Menge ausgesetzt wird.

Die Einführung halogenfreier Kabel

Halogenfreie Kabel werden seit 1970 hergestellt und haben zu Bränden geführt. Bei einem Brand werden die im Kabel verarbeiteten Halogene freigesetzt und können vom Menschen eingeatmet werden. Eines der bekanntesten Unglücke war ein Brand in der Metro Station Kings Cross in London. In 1987 kamen hier 32 Menschen ums Leben. Aus den Untersuchungen ging hervor, dass die meisten Personen durch giftige Gase und eingeatmeten Rauch starben. Nach diesem Drama dürfen keine halogenhaltigen Kabel mehr im Londoner Metrosystem verwendet werden. Daraus resultierte, dass viele Industrien und Branchen auch keine halogenhaltigen Kabel mehr nutzen wollten.

Brandschutz und Schadensbegrenzung

Während eines Brandes stoßen halogenhaltige Materialien korrosive und giftige Gase aus. Die korrosiven Gase können (elektrische) Apparate und ähnliches beschädigen. Das war ein großes Thema bei Kommunikations- und Datenzentralen sowie Telekommunikationsunternehmen. Hier wird mit teuren High-Tech Geräten gearbeitet. In 1988 ist im amerikanischen Illinois das Unternehmen Bell Telephone Company einem Brand zum Opfer gefallen. Abgesehen davon, dass 35.000 Menschen nicht mehr telefonieren konnten, erlitt der Betrieb einen Schaden der mehreren Millionen Dollar betrug. Geräte, die vom Brand verschont geblieben waren, waren jedoch nicht mehr reparabel auf Grund der korrosiven Gase.

Die toxischen Gase stellen eine große Gefahr in geschlossenen Räumen dar. Das Beispiel von Kings Kross, oder das vergleichbare Unglück in 2003, bei dem 120 Menschen in einer südkoreanischen Metro Station ums Leben kamen, beweisen diese Gefahr. Die toxischen Gase minimieren die Fluchtchancen. Bei dessen Einatmung ist innerhalb kürzester Zeit der menschliche Körper beeinflusst, mit dem Tod als Folge.

Halogenfreie Kabel

Es gibt einige Unklarheiten bei der Kennzeichnung von halogenfreien Kabeln. Das kommt dadurch, dass die Kabelindustrie nicht ein und dieselbe Abkürzung oder Benennung für halogenfreie Kabel verwendet. Für mehr Klarheit finden Sie im Folgenden eine Tabelle mit den häufigsten Abkürzungen.

Abbreviation Meaning
LS0H Low Smoke, Zero Halogen
LSZH Low Smoke, Zero Halogen
LSHF Low Smoke, Halogen Free
LSNH Low Smoke, Non-Halogen
NHFR Non-Halogen, Flame Retardant
HFFR Halogen Free, Flame Retardant
FRZH Fire Retardant, Zero Halogen
LSFRZH Low Smoke, Fire Retardant, Zero Halogen

‘Low Smoke’ und ‘Zero Halogen’ bedeuten nicht das Gleiche, obwohl es oft angenommen wird. ‘Low Smoke’ gibt an, dass die Kabel bei einem Brand keinen dichten schwarzen Rauch erzeugen. Es begrenzt sich auf dünnen grauen Rauch, wodurch die Sicht ausreichend bleibt um zu flüchten oder das Feuer zu löschen. ‘Zero Halogen’ bedeutet, dass keine Halogenverbindungen enthalten sind. Allerdings kann bei einem ‘Zero Halogen’-Kabel trotzdem dichter schwarzer Rauch auftreten.

Halogenfreie Materialien für Kabel

Es gibt verschiedene halogenfreie Materialien zur Verwendung in Kabeln. Unter Anderem EVA, Polyamide, EPR, EPDM, PE, PP, SHF1 und SHF2. Über SHF1 und SHF2 können Sie alles im Blog ‘SHF1 und SHF2 Außenmäntel gemäß der NEK 606’ nachlesen. In diesem Blog erklären wir Ihnen mehr über PE und PP. Die restlichen Materialien stehen in unserem E-Book.

Polyethylen (PE) – hat gute elektrische Eigenschaften, was bedeutet, dass dieser Kunststoff eine gute isolierende Funktion hat. Das Material ist nicht unbedingt flexibel, jedoch kann es flexibler gemacht werden, je nach molekularer Dichte. Bei hoher Dichte ist PE ein steifes Material, und stärker und härter als PP. Es ist resistent gegen Feuchtigkeit, niedrige Temperaturen und Alterung

Polypropylen (PP) – ist in vielerlei Hinsicht mit PE zu Vergleichen, vor allem mit den elektrischen Eigenschaften. PP ist zäher aber flexibler als PE, vor allem in Zusammensetzung mit Ethylen. PP wird meistens als Isolationsmaterial verwendet. Es ist ein härteres Material als PE, wodurch eine dünnere Isolierungsschicht angebracht werden kann.

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